Musik: Jerry Bock
Regie: Nelly Eichhorn
Puppen: Marina Krämer

Marionetten-Aufführung in zwei Akten mit Pause

„Ein Fiedler auf dem Dach. Klingt verrückt, nicht wahr? Aber in unserem Dörfchen Anatevka ist das so. Jeder von uns ist ein Fiedler auf dem Dach. Jeder versucht, eine einschmeichelnde Melodie zu spielen, ohne sich dabei das Genick zu brechen. Das ist nicht leicht! Nun werdet ihr fragen, warum wir den eigentlich hier bleiben, wo es doch so gefährlich ist? Wir bleiben, weil Anatevka unsere Heimat ist. Und was uns unser seelische Gleichgewicht erhält, das ist mit einem Wort gesagt: Tradition! ”
Mit diesen Worten des Milchmanns Tevje beginnt das Musical Anatevka. Die Geschichte spielt im Jahr 1905: Anatevka ist ein kleines Dorf in Westrussland. Hier leben Juden wie der Milchmann Tevje mit seiner Familie. Niemand stellt die Tradition in Frage.
Aber dann fangen Tevjes Töchter an, selbst zu entscheiden: Sie wollen nicht die Männer heiraten, die die Heirats-vermittlerin Jente vorschlägt, sondern ihre eigene Wahl treffen. Zeitel will den Schneider Mottel heiraten, Hodel den revolutionären Studenten Perchik, und Chava sogar den Russen Fedja, einen Andersgläubigen. Das passt Tevje und seiner Frau Gode gar nicht. Es wird schwer für Tevje. Denn er liebt seine Töchter, und er fühlt sich hin- und hergerissen zwischen den alten Regeln und seiner väterlichen Zuneigung.
Doch dann geschehen noch ganz andere Dinge, viel schlimmere. Was bleibt übrig von der Tradition? Tevje muß vieles aufgeben, am Ende sogar Anatevka, seine Heimat. Was bleibt da noch übrig? Was läßt sich mitnehmen, wenn man alles zurücklassen muß? Tevje bricht auf in eine ungewisse Zukunft.
Und ganz Anatevka mit ihm.